Mal eben von der Slowakai in die Ukraine. Ok, es war klar, dass eine Stunde durch den Zeitzonenwechsel futsch sein wird, aber dass eine zweite Stunde der Grenzübergang fressen wird, damit habe ich nicht gerechnet: 'Sorry, you have to take a lift' begrüsste mich der slowakische Grenzbeamte. 'This border is only for vehicles, you can't go.' Aha: Ein Fahrrad ist also kein Vehicle im Sinne der EU? Schön, dachte ich mir, was macht eigentlich die European cycle federation (ECF) den ganzen Tag? Jedenfalls bemüht sie sich nicht um die Gleichberechtigung von Fahrrädern zu anderen Fahrzeugen an Grenzübergängen. Saftladen! Nun, die nächste Grenze für Radler wäre 35km nördlich bzw. 35km südlich gewesen. Aber: Wer es hier bei Uzgorod schaft, einen PKW-Fahrer auf einen Lift zum Grenzüberschreiten zu überzeugen, spart sich die zweimal 35km Umweg nach Uzgorod. Ich hatte Glück: Gleich der erste Wagen war gross und nett genug. Wir verstauten alles, was etwas dauerte. Auf der Fahrt vom slowakischen Grenzposten zum ukrainischen Grenzposten versorgte mich mein Rückbanksitznachbar mit selbstgebackenen Kuchen. Die ukrainschen Grenzer brauchten dann noch 20 Minuten für meinen grünen Reisepass aus der Botschaft in Wien...
Die Waldkarpaten waren sehr schön. Nun geht's weiter Richtung Polen / Warschau. Mal sehen, welche Überraschungen noch auf mich warten...
Sonnige Grüße aus einer Plattenbausiedlung vom Stadtrand von L'viv (Lemberg)
Andreas.
Ukraine per Rad.