Seit Plovdiv macht Bulgarien Spass. Die Route durch die Berge im Süden des Landes ist landschaftlich super und die Bulgaren sind noch netter. So stand ich z.B. an einer Kreuzung und fragte ein Paar nach der Richtung, ich bekam 5 weitere Antworten zugerufen, von Leuten, die ich vorher gar nicht gesehen hatte. Es gibt sehr viele Trinkwasserquellen am Wegesrand, ich habe kein einziges Wasser gekauft. Einkaufen lohnt sich sowieso nicht wirklich, da warme leckere gesunde Speisen in den Orten hier und da für kleines Geld angeboten werden. Vor einigen Tagen erwischte ich ein Brot, auf dem der Schafskäse wie der norwegische karamelsierte schmeckte, seitdem bekomme ich diesen ekelhaften Käse ncht mehr aus meinem Kopf... Ich hatte es aus 2005 garnicht mehr so in Erinnerung, dass Bulgarien ein sehr gutes Radreiseland ist. Auch die Fahrradmitnahme in Zügen und Bussen klappt hier pragmatisch und ohne Diskussion. Auf den Hauptachsen Richtung Sofia ist viel Verkehr, aber sonst sehr angenehmes Radeln hier. An allen Tagen seit Edirne habe ich mindestend zwei Reiseradler getroffen. Jedoch an keinem Tag ein holländisches Wohnmobil ;-).
Vorgestern Abend in Dospat angekommen, scheiterte der Vesuch, den dort wohl existierenden Campingplatz zu finden. Einige versuchten, mir den Weg dorthin auf bulgarisch mit Händen und Füssen zu erklären, aber im Dunkeln unsicher zickzack durch die Wicken... ...nach einer Stunde hatte ich kein Bock mehr, zumal ein gutes Zimmer nur 10 Euro kostete... Am nächsten Morgen sah ich ein Schild, dass der Camp 6,5km ausserhalb auf der anderen Stauseeseite liegt. Das war total jenseits meines Suchgebietes...
Beim Überqueren der Stauseemauer in Dospat platzte mir mein Schlauch vom Hinterrad. Das war ein wirklich cooler Sound, mit welcher Lautstärke und Echo der Knall durch das Stauseetal dröhnte. Die Leute um mich herum haben sich ziemlich erschrocken. Der Mantel war mal wieder auf der Seitenwand aufgegangen, wo wohl der Schlauch rausquoll und platzte. Da ich dieses Risiko kenne, hatte ich schnell mit einem Ersatzmantel und Ersatzschlauch wieder ein fahrbares Rad.
Nun gibt es Frühstück und dann geht's nach 21km nach Mazedonien hinein.
Andreas.
Bulgarien per Rad.